Pressemitteilung

Seebrücke Moers im Austausch mit Superintendent

Bündnis-Vertreterinnen informierten über Arbeit zur Seenotrettung und aktuelle Herausforderungen

  • Nr. 4142/2025
  • 11.12.2025
  • 3240 Zeichen
  • Pressereferat Kirchenkreis Moers

[Kirchenkreis Moers] Im vergangenen Jahr sind 1700 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer ertrunken. Etliche hundert wurden als vermisst gemeldet, andere an die afrikanische Nordküste zurückgedrängt, etwa nach Libyen, wo ihnen Lager, z. T. mit Folter drohen. „Die Bundesregierung hat die jährliche Förderung in Höhe von zwei Millionen Euro für die Seenotrettung eingestellt“, berichtete Annette Fiering von der Seebrücke Moers. Gemeinsam mit Dorothee Wolke und Sabine Bozkurt hatte sie Wolfram Syben, Superintendent des Kirchenkreises Moers, am 4. Dezember 2025, besucht. Der freute sich: „Ich bin sehr interessiert, von Ihrer Arbeit und Ihren Erfahrungen zu hören und dankbar für Ihr großes Engagement an dieser Stelle. Die humanitäre Hilfe für Menschen in Not gehört für die evangelische Kirche und ihre Diakonie zu ihren zentralen Aufgaben.“

Petitionen geplant

Im vergangenen Jahr habe es Lesungen, Filmvorführungen, eine Ausstellung sowie eine gelungene Zusammenarbeit mit dem Schlosstheater Moers gegeben. Und auch die Stände, die bei verschiedenen Gelegenheiten auf die Arbeit der Seebrücke hinweisen, würden weiterhin aufgebaut. „Es geht darum, Menschen aus Lebensgefahr zu retten. Aber wir müssen leider ein geringeres Interesse und eine abnehmende Zahl der Besucherinnen und Besucher feststellen. Und gleichzeitig nehmen wir mehr Feindschaft und Aggressivität als früher an unseren Ständen wahr“, konstatierte Dorothee Wolke. Gegen den Beschluss der Bundesregierung, die finanzielle Unterstützung der zivilen Seenotrettung auf dem Mittelmeer einzustellen, werde die Seebrücke Moers e.V. demnächst Petitionen einreichen. „Wir wollen verhindern, dass in Vergessenheit gerät, unter welchen Bedingungen Menschen fliehen und sterben, insbesondere bei der jungen Generation, die zunehmend die Politik bestimmen wird“, so Sabine Bozkurt.

Kirchenkreis Mitglied im Verein „United4Rescue – Gemeinsam Retten e.V.“

Auch der Kirchenkreis Moers, erläuterte Wolfram Syben, setzt sich für die Seenotrettung ein. So ist er Mitglied im zivilgesellschaftlichen Verein „United4Rescue – Gemeinsam Retten e.V.“, der nach einem Beschluss auf dem Evangelischen Kirchentag 2019 entstanden ist. Mit Kollekten, beispielsweise bei kreiskirchlichen Synoden werde dieser immer wieder unterstützt. Ein Banner der Seebrücke soll bald wie schon in früheren Jahren an der Hauswand des Kirchenkreises die Botschaft mitteilen „Stoppt das Sterben im Mittelmeer.“ Zudem konnte der Superintendent die Besucherinnen hinsichtlich der Kontaktaufnahme zu weiteren kirchlichen Stellen beraten und unterstützen.

„Uns ist das Gespräch sehr wichtig, um das Netzwerk mit vielen verschiedenen Akteuren lebendig zu halten“, sagte Annette Fiering.

Weitere Informationen

„Seebrücke“ ist eine dezentrale zivilgesellschaftliche Bewegung, die sich für sichere Fluchtwege sowie gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung und für die menschenwürdige Aufnahme von Geflüchteten einsetzt. Die Lokalgruppe Moers findet sich unter www.seebruecke.org/mach-mit/deutschland/nordrhein-westfalen/moers – hier auch Verlinkung zu Social Media. Der Kirchenkreis Moers ist unter www.kirche-moers.de zu erreichen.