Pressemitteilung

Neue Pfarrerin in der Emmauskirchengemeinde

  • 18.05.2026

[Kirchenkreis Moers] Singen, ob solistisch oder im Chor, ist ihr wichtig. Und sie häkelt kleine Tiere, die sich z. B. als Schlüsselanhänger nutzen lassen. Das alles macht ihr Spaß. Aber sie benötigt es auch, um nicht in ihrem Beruf auszubrennen, sondern langfristig für die Menschen da sein zu können. Für die, die sie brauchen, um in Gesprächen ihre Freude zu teilen, aber auch für Trost, Hoffnung oder wegen der Einsamkeit. Denn Franziska Offelnotto ist Pfarrerin.

Ich werde jede Gruppe besuchen

Am ersten Mai hat sie ihre Tätigkeit als Pfarrerin in der Emmauskirchengemeinde im Duisburger Westen begonnen. Dort ist sie zuständig für den Rheinhauser Gemeindebereich Friedenskirche. „Ich habe schon viele Menschen aus der Gemeinde kennengelernt und bin hier mit offenen Herzen aufgenommen worden“, berichtet die 39-Jährige. „Der Gemeindebereich ist sehr lebhaft, viele engagierte Menschen leben hier. Und die schaffen viel: Kurzerhand wurde z. B. ein Raum in der Kirche für mich zum Büro umgebaut, richtig freundlich, schön und hell, gut geeignet, um Besucherinnen und Besucher empfangen zu können. Es gibt hier zwei Jugendzentren, das AREA 51 und den TEMPEL, wo bald ja auch das Folkfestival startet. Organisiert haben sich auch weitere Gruppen verschiedenen Alters. Ich werde jede Gruppe besuchen und freue mich darauf.“

Ankerpunkt sein und Halt bieten

In Bielefeld geboren und aufgewachsen, lernte sie die Kirche über den Kindergottesdienst und die Jugendarbeit kennen. Einen intensiven Zugang zum Glauben fand sie auch in der Kirchenmusik, sang im Kinderchor und später in Erwachsenenchören mit. Schließlich absolvierte sie ein Praktikum im Pfarrhaus. Dort wollte sie die Gemeindearbeit kennenlernen. „Obwohl es einen hohen Anteil an Verwaltung gibt, wollte ich anschließend Pfarrerin werden. Denn ich möchte für die Menschen da sein, Taufen und Hochzeiten mit ihnen feiern, ihnen Ankerpunkt sein und Halt bieten, wenn sie zweifeln oder gar am Leben verzweifeln.“

Wissen und Sehnsucht nach dem Glauben

Sie studierte in Bielefeld, Bochum und Wuppertal, wo sie die feministische Theologie sowie die Befreiungstheologie kennen und wertschätzen lernte. Zum praktischen Teil der theologischen Ausbildung, dem Vikariat, kam sie in die Ev. Kirchengemeinde St. Tönis. Ihre Erfahrungen: „Auch wenn die Kirche im Alltag vielleicht nicht immer sichtbar ist: Es wohnt offensichtlich ein Wissen und eine Sehnsucht in den Menschen und sie erinnern sich in besonderen oder schwierigen Lebenssituationen an die stärkende Kraft des Glaubens und kommen auf mich zu.“

Doktorarbeit über Religiosität in Mangas und Animes

Neben ihren gemeindlichen Aufgaben arbeitet sie an einer Doktorarbeit. Diese beschäftigt sich mit Mangas und Animes – den Comics und Zeichentrickfilmen aus Japan, die weltweit bei jungen Menschen Kultstatus genießen. „Dabei ist mir eine Besonderheit aufgefallen: Immer wieder beten die Figuren an kleinen Wegschreinen. Ich möchte mich mit dieser speziellen Religiosität und der dahinter stehenden Sehnsucht befassen und Konzepte entwickeln, wie man Kinder und Jugendliche in der Auseinandersetzung damit – etwa im Religionsunterricht – in ihrer Suche pädagogisch begleiten und stärken kann.“

Ordination am 24. Mai 2026, um 15.00 Uhr

Wer die neue Pfarrerin im Duisburger Westen kennenlernen möchte, findet eine gute Gelegenheit am Sonntag, 24. Mai 2026, um 15.00 Uhr, in der Friedenskirche Lutherstr. 5 in Duisburg-Rheinhausen. Dann wird Franziska Offelnotto durch Wolfram Syben, Superintendent des Kirchenkreises Moers, ordiniert. Das bedeutet: zu ihrem Dienst beauftragt, den Glauben an die Liebe Gottes für jeden einzelnen Menschen weiterzugeben, zu taufen, Liebenden in der Trauung den Segen zuzusprechen, Verstorbene zu beerdigen und Seelsorge zu leisten.