[Kirchenkreis Moers] Sie ist die Neue, kennt den Niederrhein noch nicht, nicht den Kirchenkreis und dort kennt sie auch fast niemand. Dennoch hat sie die Herzen im Flug erobert: Pfarrerin Annika Panzer wurde gleich nach ihrer ersten Vorstellung und Probepredigt in Hoerstgen zur Nachfolgerin für Pfarrer Stefan Maser gewählt, der vergangenes Jahr in den Ruhestand gewechselt ist. Am 7. Juni wird sie um 15 Uhr in der Dorfkirche Hoerstgen, Dorfstraße 7, in einem festlichen Gottesdienst von Synodalassessor Matthias Immer in ihren Dienst eingeführt. Sie ist dann zuständig für die Ev. Kirchengemeinde Hoerstgen und wird auch in der Ev. Kirchengemeinde Lintfort tätig sein. „Ich freue mich sehr über den großen Zuspruch, den ich erfahren habe, darauf, die Menschen hier kennenzulernen, Lebensgeschichten zu begleiten und als Seelsorgerin da zu sein, wenn jemand Beistand benötigt“, sagt die 45-Jährige.
Theologiestudium ausprobiert
Dabei sah es lange Zeit gar nicht danach aus, dass sie überhaupt Pfarrerin wird. In einem Dorf nahe dem hessischen Frankenberg erlebte sie die Kirche im Kindergottesdienst, in der Jugendarbeit, im Gospelchor und auf Freizeiten. „Ich hatte großen Respekt vor der Arbeit, die dort geleistet wurde, habe aber gedacht, ich könne das nicht. Ich habe mich nicht als Pfarrerin gesehen und konnte mir auch ein Theologiestudium zu dem Zeitpunkt noch gar nicht vorstellen“, erinnert sie sich. „Ich habe deshalb nach einem Schnupperpraktikum zunächst eine Ausbildung zur Buchhändlerin gemacht und in diesem Beruf auch mehrere Jahre gern gearbeitet.“ Gleichzeitig nahm jedoch ihr Hobby, die ehrenamtliche Mitarbeit in der Ev. Kirchengemeinde, so viel Raum ein, dass sie dann doch noch beschloss, im nahe gelegenen Marburg ein Jahr Theologie auf Probe zu studieren. Es wurde ein vollständiges Vollzeitstudium daraus.
Was in einer dörflichen Gemeinde zählt
Anschließend ging sie für das Vikariat, den praktischen Teil der Ausbildung zur Pfarrerin, in eine Vogelsberger Gemeinde. „Ich hatte dort eine tolle Lehrpfarrerin und habe von Grund auf gelernt, was in einer dörflichen Gemeinde zählt und wie wichtig und gut die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen ist.“ Ihre Erfahrungen nahm sie mit ins hessische Hartenrod, wo sie 2017 ihre erste Pfarrstelle übernahm.
Herzlich aufgenommen
Die Liebe brachte sie zur Stellensuche an den Niederrhein. „Ich freue mich auf Hoerstgen. Die Ausschreibung hat mir gefallen, ich habe ein aufgeschlossenes Presbyterium getroffen, einige Menschen in der Gemeinde kennengelernt, bin herzlich aufgenommen worden und ich hatte ein gutes Gefühl, als ich mich der Wahl stellte.“
Gemeinsam mit anderen Segensräume gestalten
Für konkrete Planungen ist es noch zu früh. „Erst mal wahrnehmen, dann miteinander gestalten“, sagt sie. „Begegnen, erkennen, spüren und sehen, was die Menschen hier brauchen, wovon sie begeistert sind, wofür die Ehrenamtlichen brennen – das ist mein erstes Ziel. Ich bin gespannt, was ich hier entdecke. Wichtig ist mir, Räume zu schaffen, in denen Menschen sich zuhause und angenommen fühlen, in denen sie finden, was sie brauchen, wo sie einander und Gottes Liebe begegnen. Ich möchte gemeinsam mit anderen Segensräume gestalten.“
Außerhalb der Kirche kann man sie bei Spaziergängen mit dem Hund treffen, wenn sie gemeinsam die niederrheinische Landschaft erkunden. Zu den weiteren Freizeitaktivitäten gehören z. B. Lesen, Schwimmen, Brettspiele und vieles mehr: „Ich kann mich immer wieder für Neues begeistern.“

