Kein Ziel, ein Startpunkt.

50 Jahre Gleichstellung der Frauen in der Evangelischen Kirche im Rheinland

  • Nr. 4136
  • 17.11.2025
  • 1406 Zeichen
  • Anke Bender

[Kirchenkreis Moers] Eine evangelische Kirche ohne Pfarrerinnen? Heute unvorstellbar, aber erst vor 50 Jahren, im Januar 1975, beschloss die damalige rheinische Landessynode die volle rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern im Pfarrdienst. Vor 1975 versahen Theologinnen ihren Dienst in Gemeinden, aber es gab deutliche Einschränkungen. Eine Frau konnte z.B. von Gemeindegliedern für die Durchführung einer Taufe, Trauung oder Beerdigung abgelehnt werden; dann musste ein männlicher Kollege einspringen. Frauen im Pfarramt durften bis dahin nicht verheiratet sein und lediglich die Amtsbezeichnung „Vikarin“ tragen.

Die vollständige Gleichstellung der Theologinnen im Pfarramt ermöglichte dann einen Prozess, in dessen weiteren Verlauf die Frauenordination auch in anderen Ämtern üblich wurde. Heute ergänzen sich so die vielfältigen Dienste ordinierter Theologinnen und bilden damit den Reichtum der die unterschiedlichen Gaben in unserer Gemeinschaft ab.

50 Jahre Frauenordination sind kein Ziel, sie sind ein Startpunkt.

Es gibt noch viel zu tun in unserer Kirche, wenn wir nach der Gleichberechtigung fragen. Ich hoffe und wünsche mir, dass wir den Esprit aus 50 Jahren Frauenordination dankbar und umsichtig aufnehmen und schauen, wo heute und in Zukunft Türen geöffnet werden müssen, die heute noch verschlossen sind.

Pfarrerin Anke Bender,  Skriba im Kirchenkreis Moers