„Ich freue mich auf Schwafheim“

Kirsten-Luisa Wegmann wird am ersten Advent in ihre Pfarrstelle eingeführt

  • Nr. 3016
  • 24.11.2021
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„Ich freue mich auf Schwafheim, diese lebendige Gemeinde, die ich in vielen Besuchen bereits so erfreulich kennenlernen durfte.“ Am ersten Advent, 28. November 2021, wird Pfarrerin Kirsten-Luisa Wegmann von Superintendent Wolfram Syben in ihren Dienst in der Ev. Kirchengemeinde Schwafheim eingeführt. Der Gottesdienst in der Dorfkirche, Ackerstraße 180, beginnt um 9.30 Uhr. Wegen der Corona-Pandemie gelten die aktuellen Hygienemaßnahmen, derzeit die 3G-Regel.

Wofür mein Herz schlug

Kirsten-Luisa Wegmann wurde 1969 in Soest geboren. Aufgewachsen ist sie in Oberhausen-Sterkrade. „In die Kirche bin ich als junge Teilnehmerin des Kindergottesdienstes und einer Mädchengruppe geradewegs hineingewachsen. Später wurde ich Teamerin in gemeindlichen Gruppen für Jugendliche und junge Erwachsene.“ Nach dem Abitur ging sie als Au-Pair nach Paris und belegte an der Universität Sorbonne für zwei Semester einen Sprachkurs. Anschließend wollte sie sich dort für das Studium der Medizin einschreiben, wobei auch Theologie schon in der Luft lag. Zeit zum Nachdenken gab die Sommervertretung als Küsterin der Deutschen Evangelischen Gemeinde: „In den Gesprächen mit dem Pfarrehepaar wurde mir klar, wofür mein Herz wirklich schlug.“ Sie kehrte nach Deutschland zurück, studierte Theologie in Wuppertal und Marburg. Ihr Vikariat – die praktische Ausbildung nach dem theoretischen Studium – führte sie nach Solingen.

Auslandsvikarin in Lissabon

Nach der Ordination, der offiziellen Berufung zur Pfarrerin, ging sie für ein Jahr als Auslandsvikarin nach Lissabon. „Das hat mich sehr geprägt. Die Protestanten dort sind in extremer Minderheit. Ich half in anderen Gemeinden aus, arbeitete in der Schule mit und besuchte als Seelsorgerin Deutsche in portugiesischen Haftanstalten. Besonderes Highlight: Ein Einsatz im Rahmen der Seemannsmission auf einem neugebauten Schiff und Gespräche mit der internationalen Besatzung. Ich erlebte auch die große Armut in der Stadt und unterstützte die diakonischen Hilfsprojekte der Deutschen Gemeinde.“ Zurück in Deutschland führte ihr Weg als Pfarrerin zur Anstellung nach Wuppertal-Uellendahl. Seit dem Jahr 2006 ist sie in Dinslaken tätig und dort auch Mitglied im Kreissynodalvorstand, der den Kirchenkreis leitet. „Ich bin dankbar für die vielen guten Jahre in Dinslaken und vor allem Lohberg, das mir besonders ans Herz gewachsen ist; natürlich ist der Abschied schmerzlich. Aber ich freue mich auch sehr auf Schwafheim, so nett und freudig, wie ich begrüßt worden bin.“

Beeindruckt von Schwafheimer Begegnungsstätte, Raum der Stille und Kinder- und Jugendarbeit

In Schwafheim wird sie Kinder taufen, Liebende trauen, Jugendlichen im Konfirmandenunterricht die Grundlagen des christlichen Glaubens nahe bringen. Sie wird Kranke besuchen, Sterbende begleiten und Trauernden zur Seite stehen. „Ich werde sicher in der Schule und im Kindergarten mitarbeiten. Darüber hinaus will ich die Gemeinde kennenlernen und sehen, wo meine Unterstützung gebraucht wird. Es macht mir einen riesigen Respekt, was die Gemeinde mit der Begegnungsstätte in der Seniorenarbeit aufgebaut hat. Der geplante Raum der Stille finde ich ungeheuer spannend, weil hier auch Menschen, die der Kirche fremd gegenüberstehen, Spiritualität für ihr Leben finden können. Und ich bin beeindruckt von der Kinder- und Jugendarbeit, die offensichtlich so für die kirchliche Arbeit begeistern konnte, dass jetzt so viele junge Menschen im leitenden Presbyterium mitwirken.“
In Schwafheim wird man sie nicht nur bei der Arbeit sehen, sondern auch auf dem Rad, ihrem Lieblingsverkehrsmittel. Und bei Spaziergängen mit ihrem sardischen „Ex-Streuner“, der seine neue Heimat bald schnuppernd kennenlernen wird. „Der wird jetzt auch Schwafheimer“, lacht sie.

Weitere Information

Nach dem Weggang von Pfarrer Claus Brandis im vergangenen Jahr hat Pfarrer Ulrich Pohl im Auftrag der Landeskirche die Ev. Kirchengemeinde Schwafheim begleitet. Ihren Dank für die Begleitung sprach die Gemeinde im Abschiedsgottesdienst am 10. Oktober aus. Pfarrerin  Kirsten-Luisa Wegmann wurde in einem Gottesdienst am 22. September gewählt.

  • Pressereferat Kirchenkreis Moers