UPDATE Kirche, die ihre Zukunft mit Freude gestaltet

  • Nr. 4177/2026
  • 12.06.2026

[Kirchenkreis Moers] Am 12. und 13. Juni tagte in der Christuskirche in Kamp-Lintfort, Friedrich-Heinrich-Allee 22, die Synode, das höchste leitende Gremium des Kirchenkreises Moers. 76 Delegierte aus den 17 evangelischen Kirchengemeinden von Alpen bis Rheinhausen und Homberg bis Hoerstgen trafen sich an diesen beiden Tagen, um gemeinsam zu beraten und Entscheidungen zu treffen. Die Synodalen beschäftigten sich in zwölf Workshops mit ihren Vorstellungen, Wünschen und Träumen von einer Kirche, die ihre Zukunft mit Freude gestaltet, auch wenn sie spürbar kleiner wird. Dabei ging es z. B. um Fragen, was bewahrt werden und wie eine starke Gemeinschaft gelebt werden soll, wie Kirche vor Ort und die Nähe zu den Menschen künftig aussehen kann, wie Kirche für die queere Community, Jugendliche und Ältere ein guter Lebensraum wird oder bleiben kann. Die Methoden der Arbeitsgruppen reichten von Diskussionen oder Kunstworkshops und interaktiven Ideenwerkstätten bis zur Gestaltung individueller Visionboards (Collagen). Die Ergebnisse präsentierten die Teilnehmenden im synodalen Gottesdienst. Synodalassessor Matthias Immer dankte den Mitarbeiterinnen des Bildungswerkes FRIEDA im Kirchenkreis Moers herzlich für die Organisation der Workshops.

Mit dem Abendmahl und dem Segen schloss der erste Abend um 21.30 Uhr.

Interaktive Andacht

Pfarrerin Anke Bender bei der Andacht
Pfarrerin Anke Bender hielt mit Pfarrer Matthias Immer die Andacht

Mit einer interaktiven Andacht von Pfarrerin Anke Bender und Pfarrer Matthias Immer zum Thema Vielfalt und Zusammenhalt begann der zweite Tag um 8:30 Uhr. Die Besucherinnen und Besucher konnten ihre Gedanken per Smartphone auf der Leinwand zugänglich machen.

Grußworte sprachen Pfarrer Dr. Frank Peters, Kirchenrat der Ev. Kirche im Rheinland, und Pfarrer Joachim Brune von der Katholischen Kirchengemeinde St. Josef Kamp-Lintfort.

Von Haushaltsfragen bis Kirchentag

Zu den Themen neben Berichten über die Weiterentwicklung von Aufgaben und Projekten, Information, z. B. über den deutschen evangelischen Kirchentag im Jahr 2027 in Düsseldorf und Mitwirkungsmöglichkeiten von Kirchenkreisen und Gemeinden, und Haushaltsfragen gehörten der Bericht des Superintendenten über den Stand des Aktenscreenings zu Hinweisen auf sexualisierte Gewalt in Kirchenkreis oder Gemeinden.

Aktenscreening nach Hinweisen auf sexualisierte Gewalt

Superintendent Wolfram Syben berichtet über das Aktenscreening.
Superintendent Wolfram Syben berichtet über das Aktenscreening.

Wolfram Syben, Superintendent des Kirchenkreis Moers, berichtete, dass zwischen Oktober 2025 und März 2026 vom unabhängigem Aktenscreening-Team 6.682 Personalakten durchgesehen worden seien. Diese Akten betrafen den Zeitraum seit 1945. Vier nicht weisungsgebundene, fachlich geeignete Personen sichteten die Daten in einem abgeschlossenen, nur den Honorarkräften zugänglichen Raum. Zudem wurde eine von kreiskirchlichen Servern getrennte IT-Struktur eingerichtet. Die Kosten in Höhe von 30.350 €, wovon 29.130 € für Honorare aufgewendet wurden, trägt der Kirchenkreis. Das Verfahren sah vor, dass das Team Hinweise auf sexualisierte Gewalt oder Grenzverletzungen direkt und ohne Einbindung des Kirchenkreises an das Landeskirchenamt übermittelt. Von dort aus sollten die Informationen zur weiteren Untersuchung an extern beauftragte Staatsanwälte und Staatsanwältinnen weitergeleitet werden. Bislang hat der Kirchenkreis keine Rückmeldung, ob sich aus den Akten Verdachtsfälle ergeben haben.

Syben wies aber darauf hin, dass selbst, wenn in den Akten kein Hinweis gefunden sein sollte, ein Dunkelfeld bleibe. „Umso aufmerksamer, offener und wachsamer müssen wir bleiben: Sowohl für Anzeichen und Hinweise in unserer Gegenwart, wo Menschen unter dem Dach unserer Kirche und Diakonie in Gefahr geraten, um energisch gegen jede Bedrohung vorgehen zu können.

Und wir bleiben weiter darauf angewiesen, dass sich Menschen trauen uns zu sagen, wo ihnen in der Vergangenheit sexualisierte Gewalt angetan wurde, damit wir unterstützend und aufklärend tätig werden können. Es bleibt wichtig, hierzu weiter zu ermutigen.“

Vertrauenspersonen und weitere Meldemöglichkeiten finden sich unter www.kirche-moers.de/schutz-vor-sexualisierter-gewalt/

Der Bericht von Superintendent Wolfram Syben  zum Download.

Berufungen

In den Nominierungsausschuss berufen wurden Dr. Helmut Meier als Nachfolger für Pfarrerin Ulrike Thölke, die im Oktober in den Ruhestand wechselt. Pfarrer Andreas Klumb wurde in ihrer Nachfolge zum Vorsitzenden des Ausschusses berufen. Der Nominierungsausschuss hat die Aufgabe, Kandidatinnen und Kandidaten für die von der Synode vorzunehmenden Wahlen und Berufungen vorzuschlagen.

Sommersynode 2026: Abstimmungen
Sommersynode 2026: Abstimmungen

In die Nachfolge von Thomas Koch in den Vorsitz des Bildungsausschusses beriefen die Synodalen Martina Oertel aus Duisburg-Homberg. Der Bildungsausschuss begleitet die Arbeit des Bildungswerkes FRIEDA im Kirchenkreis Moers.

Schulwettbewerb, Stadtkirchgengespräch, Einfach Heiraten, Beauftragung ehrenamtlicher Seelsorger:innen

  • Unter dem Punkt Verschiedenes informierte Pastorin Kerstin Kolbe-Vennemann über einen Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler des Fachs Ev. Religion für alle Schulformen und -stufen zur Jahreslosung 2026 (Offenbarung 21, 5: Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“). Die Schüllerinnen und Schüler hätten sich mit Texten, Bildern, Poetry Slam und Videos beteiligt. Die Preise werden am Mittwoch, 24. Juni 2026 um 11:15 Uhr in der Stadtkirche Moers verliehen.
  • Schulreferentin Pfarrerin Annette Vetter wies auf das Stadtkirchengespräch hin über Glaubensthemen in den Liedern von Leonard Cohen am 18.06. um 19:30 Uhr, ebenfalls in der Stadtkirche Moers.
  • Lutz Zemke lud ein zur Übertragung eines Fußballspiels am 21. Juni um 17:30 Uhr in die Evangelische Christuskirche, Friedrich-Heinrich-Allee 22, Kamp-Lintfort ein. Das Besondere: der überregional bekannte und international konzertierende Orgelimprovisator Otto Maria Krämer wird das Spiel musikalisch begleiten, Kommentare von Fernsehmoderator:innen werden leise gestellt.
  • Pfarrer Marius Strecker berichtet von Einfach Heiraten
    Pfarrer Marius Strecker berichtet von Einfach Heiraten

    Pfarrer Marius Strecker erläuterte die Aktion „Einfach Heiraten“ am 27. Juni 2026, die im Kirchenkreis Moers in und um die Ev. Kirche Rumeln, Friedhofallee stattfindet: Paare können ihre Beziehung ohne jeglichen Aufwand segnen lassen. Paare, die bereits standesamtlich verheiratet sind können sich zudem trauen lassen. Strecker warb dafür, dass Kolleg:innen sich beteiligen könnten an den Segnungen. Infos finden sich unter www.kirche-moers.de/einfachheiraten.

  • Am 10. Juli um 18 Uhr werden in der Stadtkirche Moers, die ehrenamtlichen Seelsorgenden nach einem Jahr der Ausbildung zu ihrem Dienst beauftragt. Das berichtete Pfarrerin Anke Prumbaum, im Kirchenkreis Moers verantwortlich für die Ausbildung ehrenamtlicher Seelsorger:innen.

Der zweite Tag schloss um 13.00 Uhr mit dem Segen. Die Synodalen tagen das nächste Mal am 20. und 21. November.

  • Pressereferat Kirchenkreis Moers
  • Red