Wie kann Kirche für Menschen heute relevant werden – im Gottesdienst, bei Taufe und Seelsorge, in Kommunikation, Themenarbeit und strategischer Planung? Die digitale Toolbox „Mitglieder im Blick“ bietet dafür praxisnahe Arbeitsmaterialien. Sie unterstützt Kirchengemeinden, Kirchenkreise und kirchliche Arbeitsfelder dabei, lebenswelt- und wirkungsorientiert zu handeln.
Entwickelt wurde die Toolbox „Mitglieder im Blick“ von der Zukunftswerkstatt midi, einer Arbeitsstelle des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung. Im Zentrum steht ein Perspektivwechsel: Nicht zuerst die Frage „Wie erreichen wir Menschen mit dem, was Kirche zu sagen hat?“, sondern: „Was bewegt Menschen – und wo wird Kirche für sie relevant?“ Die Toolbox hilft, genauer hinzuschauen, Unterschiede wahrzunehmen und kirchliche Praxis stärker vom Erleben der Menschen her zu denken.
Zielgruppe: Haupt- und Ehrenamtliche
Die Toolbox richtet sich an Haupt- und Ehrenamtliche in Kirchengemeinden, Erprobungsräumen, Kirchenkreisen und Landeskirchen. Dabei geht es um konkretes Handwerkszeug für Planung, Reflexion und Weiterentwicklung kirchlicher Praxis.
Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung als Basis
Grundlage ist die Mitgliedertypologie „Wie ticken Evangelische?“, die im Anschluss an die 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Kooperation mit midi entwickelt wurde. Sie zeigt: Es gibt nicht die eine Weise, evangelisch zu sein. Sechs Mitgliedertypen machen sichtbar, wie unterschiedlich Erwartungen, Interessen und Zugänge zu Glaube, Religion und Kirche sind.
Werkzeuge für die Praxis
Die Toolbox übersetzt diese Einsichten in Arbeitsmaterialien für die Praxis: Typentabellen, Steckbriefe, Reflexionsfragen, Auditbögen, Checklisten, Quick-Guides, Vorlagen und Workshopmaterialien. Sie bietet Orientierung für Gottesdienste, Taufe, Seelsorge, Medien, Kirchenpost, kirchliche Gebäude und Themenarbeit. Teams können damit prüfen, welche Ansprüche Menschen an Kirche haben, wo Resonanz entstehen kann, welche Sprache passt und welche Rahmenbedingungen helfen, Kirche als bedeutsam zu erleben.
Ziel: Kirche vom Erleben der Menschen her gestalten
Wer mit der Toolbox arbeitet, plant nicht einfach zusätzliche Angebote. Die Materialien lenken den Blick auf die Lebenswirklichkeiten der Menschen: Welche Themen beschäftigen sie? Wann werden religiöse Fragen relevant? Wo gibt es Barrieren – und wo entstehen neue Räume für Begegnung, Gespräch und Beteiligung? So unterstützt die Toolbox eine Kirche, die genauer hinschaut, Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit ernst nimmt und ihre Praxis wirkungsorientiert weiterentwickelt.
Info: Starthilfe für innovative Ideen
Mit der „Starthilfe für innovative Ideen“ unterstützt die Evangelische Kirche im Rheinland Gemeinden und kirchliche Arbeitsfelder, die neue Formen der Mitgliederorientierung ausprobieren möchten. Gefördert werden Initiativen, die Menschen auch außerhalb klassischer kirchlicher Räume erreichen, Begegnungen im Stadtteil/Dorf ermöglichen oder wichtige Lebensmomente kreativ begleiten – etwa Geburt, Einschulung, oder Berufsstart. Die Projekte sollen modellhaften Charakter haben und andere Gemeinden dazu anregen, gute Ideen aufzugreifen, anzupassen und weiterzuentwickeln. Finanziert wird die Förderung aus der Kollekte „Innovation und Mitgliederorientierung“. Unterstützt werden Sach- und Dienstleistungen, nicht jedoch Personalkosten. Mehr Informationen und das Antragsformular zur „Starthilfe für innovative Ideen“ gibt es hier.

