Orgel des Monats: Zwölf Schätze aus der rheinischen Kirche

Die Orgel ist das Instrument des Jahres 2021. In der Serie „Orgel des Monats“ stellt ekir.de im Laufe des Jahres anhand von zwölf Instrumenten den Schatz rheinischer Kirchengemeinden vor.  Die „Orgel des Monats August“ ist steht in der Versöhnungskirche in Völklingen.

>> Zum Interview mit Landeskirchenmusikdirektor Ulrich Cyganek über die Königin der Instrumente, rheinische Orgelbautradition und die Nachwuchsförderung am Spieltisch.

Orgel des Monats September: die Rieger-Orgel in Düsseldorf

Mitten im Herzen der Düsseldorfer Altstadt steht die Neanderkirche mit ihrer imposanten Rieger-Orgel aus dem Jahr 1965. Das Instrument besitzt 47 Register, verteilt auf drei Manuale und das Pedal. Die Rieger-Orgel der Neanderkirche fußt auf der Tradition der französischen Orgelbaukunst. Dem Instrument liegt zudem die Idee der „Europa-Orgel“ zugrunde, also einer Symbiose verschiedener Orgelbautraditionen aus Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien. Dieses Konzept stammte von Dr. Hubert Meyers unter Mitwirkung des ehemaligen Neanderkantors KMD Oskar Gottlieb Blarr.

Orgel des Monats September: die Rieger-Orgel in Düsseldorf

Orgel des Monats August: die Walcker-Orgel in Völklingen

Die Walcker-Orgel in der Versöhnungskirche in Völklingen besticht zunächst durch ihre imposante Größe: Die Orgel des Monats, gebaut 1929 bis 1930, verfügt über 54 Register, etwa 4000 Pfeifen und füllt die komplette Breite der Orgelempore. „Ursprünglich hatte die Orgel eine elektro-pneumatische Traktur, das heißt, die Verbindung von der Taste zur Pfeife funktionierte mit Strom und Luft“, erklärt Kirchenmusiker Lutz Gillmann im Video. Doch die Luftverschmutzung durch die Völklinger Stahlhütte habe in den 1970er-Jahren eine Renovierung und die Konstruktion einer mechanischen Traktur notwendig gemacht. Ihre große Stärke zeigt die Orgel mit ihren Streicherstimmen in der deutschen Romantik, sagt Gillmann und gibt dafür zahlreiche Klangbeispiele.

Orgel des Monats August: die Walcker-Orgel in Völklingen

Orgeln des Monats Juli: die Oberlinger- und die Eule-Orgel in Bad Kreuznach

Im Juli gibt es nicht nur eine, sondern gleich zwei Orgeln des Monats. Beide stehen auf gegenüberliegenden Emporen in der Pauluskirche in Bad Kreuznach: die Oberlinger-Orgel von 1957 und die Eule-Orgel aus dem Jahr 2012. In der Pauluskirche – erbaut im 14. Jahrhundert – standen schon verschiedene Orgeln. Doch die Kirche wurde über die Jahrhunderte immer wieder durch Brände und Kriege zerstört – und mit ihr die Orgeln. Beim letzten großen Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in den 1950er-Jahren die Oberlinger-Orgel errichtet. Sie ist von ihren Registern her neo-barock angelegt. In der Gemeinde wuchs aber über die Jahre der Wunsch nach einer Orgel, auf der auch romantische Literatur gespielt werden kann. Und so wurde im Jahr 2012 die Eule-Orgel gebaut. „Bei Konzerten gibt es die Möglichkeit, je nach Literatur, an beiden Orgeln zu spielen, manchmal sogar gleichzeitig“, erklärt Kreiskantorin Carla Braun im Video.

Orgeln des Monats Juli: die Oberlinger und die Eule-Orgel in Bad Kreuznach

Orgel des Monats Juni: die Stumm-Orgel in Sulzbach

Die berühmte Orgelbauer-Familie Stumm hat die Orgellandschaft des Hunsrücks maßgeblich geprägt: Von Beginn des 18.  bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hat sie in sechs Generationen etwa 350 Orgeln gebaut. Die Orgel in der evangelischen Kirche in Sulzbach ist das letzte Werk von Johann Michael Stumm, dem Begründer der Werkstatt. Dass in einer kleinen Dorfkirche ein so überaus reich ausgestattetes Instrument mit 22 Registern auf zwei Manualen und Pedal zu finden ist, hat mehrere Gründe, erzählt Joachim Schreiber, Kreiskantor im Kirchenkreis Simmern-Trarbach: „Die Inschrift am unteren Sims lässt vermuten, dass das Instrument ein Geschenk an die Heimatgemeinde der Orgelbauer war. Zugleich bot sich hier die Möglichkeit, Neues auszuprobieren wie die neuartige Konzeption der Pfeifen-Aufstellung.“ Die meisten Pfeifen ständen in zwei Etagen direkt an der Brüstung, gespielt werde die Orgel aber von der Seite. Beispiele für die vielfältigen Klangfarben der Stumm-Orgel geben Schreiber und seine Kollegin Frauke Sczeponek, Kantorin in den Kirchenkreisen Simmern-Trarbach und Trier, im Video.

Orgel des Monats Juni: die Stumm-Orgel in Sulzbach

Orgel des Monats Mai: die Krypta-Orgel in Bonn

„Man kann dem Wind beim Spielen zusehen“, sagt Organist Stefan Horz über die Orgel in der Krypta der Bonner Kreuzkirche. Ihre Besonderheit ist nämlich, dass sie kein Gehäuse hat und komplett transparent ist. Somit bietet sie einen Einblick in das Instrument beim Spielen. Die Krypta-Orgel wurde von der Orgelbau-Werkstatt Klais entwickelt und im Jahr 2016 fertiggestellt. Sie verfügt über 350 Pfeifen und sechs Register. Im Video präseniert Stefan Horz die Klangvielfalt in verschiedenen musikalischen Beispielen. Für den Dreh waren acht Kameras im Einsatz – fünf davon wurden in der Orgel platziert und bieten so ungewohnte Einblicke in die komplexe, handgearbeitete Technik.

Orgel des Monats Mai: die Krypta-Orgel in der Bonner Kreuzeskirche

Orgel des Monats April: die Rieger-Orgel in Krefeld

Die Rieger-Orgel in der Krefelder Friedenskirche wurde 1960 erbaut. Mit 66 Registern ist sie die zweitgrößte Orgel am Niederrhein. Klaus-Peter Pfeifer, Kreiskantor des Kirchenkreises Krefeld-Viersen, und Kirchenmusiker Munsang Hwang präsentieren im Video das einzigartige Instrument.  Besonders an dieser Orgel ist die außergewöhnlich vielfältige Klangwelt der Obertöne – sie macht 30 Prozent der Register aus. Optisch auffällig ist das spanische Bombardwerk mit in den Raum ragenden Pfeifen.

Orgel des Monats April: die Rieger-Orgel in der Krefelder Friedenskirche

Orgel des Monats März: die Wilhelm-Sauer-Orgel in Wuppertal

Die Wilhelm-Sauer-Orgel in der Friedhofskirche in Wuppertal wurde 1898 erbaut. Das Besondere an ihr: Sie ist technisch wie klanglich im Originalzustand zu erleben, sagt Kantor Thomas A. Pech. „Der originale Pfeifenbestand der Orgel liegt bei fast 90 Prozent. Lediglich 4 von 30 Registern wurden nach dem 2. Weltkrieg verändert, konnten jedoch anhand historischer Vorbilder wieder rekonstruiert werden.“ Im Video erläutert Pech, was eine deutsch-romantische Orgel ausmacht und gibt Beispiele der Klangfarben.

Die Orgel des Monats März: die Sauerorgel in Wuppertal

Orgel des Monats Februar: die Barockorgel in Eckenhagen

„Diese Orgel ist mit ihrem Piano-Forte-Register weltweit absolut einzigartig“, erklärt Professor Johannes Geffert. Der Kirchenmusikdirektor im Ruhestand präsentiert in unserem Video die Klangvielfalt der historischen Orgel in der evangelischen Barockkirche Eckenhagen. Erschaffen wurde das Instrument gegen Ende des 18. Jahrhunderts von dem in der Kirchengemeinde ansässigen oberbergischen Orgelbauer Johann Christian Kleine. Durch die Geschichte des Instruments wie auch die Umbauten durch die Jahrhunderte und schließlich die Restaurierung in ihren annähernd ursprünglichen Zustand führt Kantor Hans-Peter Fischer. Er ist künstlerischer Leiter der Konzerte an den Barockorgel.

Die Orgel des Monats Februar: die Barockorgel in Eckenhagen,

Orgel des Monats Januar: die Eule-Orgel in der Trierer Konstantinbasilika

Kirchenmusikdirektor Martin Bambauer stellt in einem Video die Hauptorgel in der Konstantinbasilika in Trier vor – und lässt sie erklingen. Das imposante Instrument aus dem Jahr 2014 wiegt rund 50 Tonnen, ist zehn Meter hoch und hat 6006 Pfeifen.

Die Orgel des Monats Januar: die Eule-Orgel in der Trierer Konstantinbasilika,

  • 24.9.2021
  • Red.
  • Marcel Kuß