Farbe zeigen gegen Gewalt an Frauen

Zwischen dem 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, und dem 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, setzt die UN-Kampagne „Orange the World“ ein Zeichen: Weltweit erstrahlen Gebäude in orangefarbenem Licht – gegen Gewalt an Frauen und für ihre Freiheiten und Menschenrechte. Auch Kirchen beteiligen sich.

Gewalt kann jede Frau treffen, unabhängig von ihrem Alter, ihrem sozialen oder kulturellen Hintergrund. Allein in Deutschland ist jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen, erklärt das deutsche Nationalkomitee von UN Woman. Mit dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen, für den die  Vereinten Nationen 1999 offiziell den 25. November bestimmt haben, soll alljährlich auf die Problematik aufmerksam gemacht werden.

Gebäude werden als sichtbare Zeichen orange angestrahlt

Erweitert wird der Gedenk- und Aktionstag schon seit vielen Jahren durch die UN-Kampagne „Orange the World“. Sie findet jährlich zwischen dem 25. November und 10. Dezember, dem „Internationalen Tag der Menschenrechte“, statt. Durch das Anstrahlen von Gebäuden oder das Tragen von Kleidung in oranger Farbe soll ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt und zur Enttabuisierung des Themas beigetragen werden. Die Farbe Orange stehe dabei für die Beendigung von geschlechtsspezifischer Gewalt, so UN Woman.

Kirchengemeinden machen mit bei den „orange days“

Mittlerweile erstrahlen in den 16 Tagen des Aktionszeitraums auf der ganzen Welt bedeutende Gebäude in oranger Farbe. Auch Gemeinden auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland beteiligen sich mit Aktionen und Veranstaltungen am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen beziehungsweise an den „orange days“. Im hessischen Wetzlar etwa tauchen am 25. November der Dom und die Hospitalkirche der evangelischen Kirchengemeinde gemeinsam mit der alten Lahnbrücke in orangefarbenes Licht. Zusätzlich findet eine Informationsveranstaltung im Gemeindehaus statt. Auch im Kirchenkreis Krefeld-Viersen beteiligen sich Gemeinden an der Illumination, so etwa die drei Meerbuscher Kirchengemeinden, die Evangelische Kirchengemeinde Krefeld-Hüls und die Friedenskirche in der Krefelder Innenstadt. Die Evangelische Kirchengemeinde Viersen lässt bereits seit drei Jahren ihren Turm am 25. November in Orange strahlen.

Interreligiöses Abendgebet in Köln

In Köln erleuchten im Abendlicht des 25. Novembers gleich mehrere Kirchen und kirchlichen Gebäude in Orange. Darunter die Kartäuserkirche, die Erlöserkirche in Vingst, die Christuskirche, das Tersteegenhaus in Sülz und die Melanchthon-Akademie. Am selben Tag laden die Kölner Kirchen zudem zu einem Interreligiösen Abendgebet unter dem Titel „Auch Gewalt ist pandemisch“ in die Severinskirche ein. Einen Gottesdienst „Nein zu Gewalt“ feiert der Evangelische Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch am 30.  November um 19 Uhr in der Evangelischen Zeltkirche Kippekausen in Bergisch-Gladbach.

Mahnwache auf der Domplatte geplant

Mit einer Mahnwache auf der Domplatte am 10. Dezember sollen voraussichtlich die „orange days“ in Köln enden. Unter dem Titel „Europa, wo ist Dein Gewissen“ soll der geflohenen Frauen, Kinder und Männer gedacht werden, die an den europäischen Außengrenzen zu Tode gekommen sind oder unter unwürdigen und gewaltvollen Bedingungen auf ein besseres Leben warten.

Glockengeläut und Gottesdienst in Simmern

Auch ein ökumenischer Gottesdienst am 25. November in der Stephanskirche in Simmern im Hunsrück nimmt Frauen, die auf der Flucht Gewalt erfahren, in den Blick. Mit einem Glockengeläut während der Fürbitten soll ihrer besonders gedacht werden. Der Gottesdienst fragt zudem danach, was Frauen in der Pandemie besonders belastet.

Thema „Gewalt an Frauen“  in seiner Brisanz zeigen

„Gewalt an Frauen ist immer noch eine der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen“, erklärt Irene Diller, Theologische Dezernentin der Stabsstelle Vielfalt und Gender im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland. „Die Aktionstage bieten die Möglichkeit, das Thema Gewalt an Frauen in seiner Brisanz darzustellen und darüber hinaus noch andere Menschenrechtsverletzungen der Gegenwart sichtbar zu machen.“  Dies rücke nicht nur die politischen Themen dieser Zeit stärker ins Bewusstsein. Im beginnenden Leuchten der Weihnachtsmärkte schärfe es auch noch einmal den Blick für Menschen, deren Leben dunkel ist, weil ihre Menschenrechte nicht geachtet werden.

  • 24.11.2021
  • Simone Becker
  • Red